Kalium für Hunde
Bedarf, Lebensmittel und wann ein Zusatz sinnvoll ist
Kalium ist einer dieser Mineralstoffe, über die man selten nachdenkt. Er steckt in fast allem, was im Napf landet: in Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick. Kalium arbeitet an ziemlich zentralen Stellen im Körper und es gibt ein paar Situationen, in denen Kalium im Napf knapp werden kann. Gerade beim Selberkochen spielt außerdem die Zubereitung eine größere Rolle, als viele denken.
Du willst die Infos, hast aber keine Lust oder Zeit zu lesen? Dann sind hier die Kurzfakten, die wir im Artikel genauer erklären:
Kalium ist ein lebenswichtiges Elektrolyt
Dein Hund braucht Kalium für Nerven, Muskeln und das Herz. Selbst herstellen kann der Körper ihn nicht, er muss also mit dem Futter kommen.
Meistens reicht das Futter
Bei normalen Futtermengen ist der Kaliumbedarf in der Regel über Fleisch, Gemüse und Kohlenhydrate gedeckt.
Das Kochwasser zählt mit
Kalium ist wasserlöslich und wandert beim Kochen ins Wasser. Wie du zubereitest, macht deshalb einen Unterschied.
Als Zusatz nur, wenn er gebraucht wird
Ein Kaliumsupplement ist vor allem bei sehr kleinen Futtermengen, in Abnehmphasen oder bei bestimmten Erkrankungen sinnvoll.
Was macht Kalium im Körper deines Hundes?
Kalium ist ein essentieller Mineralstoff. Dein Hund muss ihn also zwingend über das Futter aufnehmen. Als Elektrolyt sorgt Kalium dafür, dass Zellen miteinander kommunizieren können. Damit ist es an der Erregbarkeit von Nerven und Muskeln beteiligt, auch am Herzmuskel. Außerdem hilft Kalium bei der Regulierung des Blutdrucks, des Wasserhaushalts und des Säure-Basen-Haushalts.
Fast das gesamte Kalium im Körper sitzt in den Zellen. Damit das so bleibt, arbeitet in jeder Zellwand eine kleine Pumpe, die Kalium hinein- und Natrium hinausbefördert. Platt gesagt: Ohne Kalium fehlt den Zellen die Spannung, die sie zum Arbeiten brauchen.
Und deshalb ist es natürlich wichtig, dass Kalium in ausreichender Menge in Napf deines Hundes landet. Wieviel das ist, schauen wir uns jetzt genauer an.
Wie viel Kalium braucht ein Hund?
Der Kaliumbedarf liegt bei 140mg pro kg metabolischem Körpergewicht. Das metabolische Körpergewicht ist das Körpergewicht hoch 0,75. Darüber wird der Bedarf genauer an die Größe deines Hundes angepasst als über das reine Gewicht.
Ein Rechenbeispiel: Ein 20kg schwerer Hund hat ein metabolisches Körpergewicht von rund 9,5 kg. Sein Kaliumbedarf liegt damit bei etwa 1.324 mg pro Tag. Mit 200g Rindfleisch und 200g gekochten Kartoffeln wäre dieser Bedarf schon gedeckt.
Du siehst: Bei normalen Futtermengen ist Kalium kein Nährstoff, um den man sich große Sorgen machen muss. Knapp wird es eher dann, wenn dein Hund insgesamt wenig Futter bekommt. Wie das zusammenhängt, erklären wir weiter unten.
In welchen Lebensmitteln steckt viel Kalium?
Kalium steckt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Besonders viel liefern Kartoffeln, viele Gemüsesorten, Nüsse und auch Fleisch. Die Banane ist zwar als Kaliumquelle bekannt, viele heimische Gemüse können aber locker mithalten oder liegen sogar darüber.
Durchschnittlicher Kaliumgehalt ausgewählter Lebensmittel (pro 100 g):
Und welche Lebensmittel sind eher kaliumarm?
Deutlich weniger Kalium liefern zum Beispiel weißer Reis, Nudeln, Gurke oder Apfel. Das ist kein Problem, solange die übrige Ration ausreichend Kalium mitbringt. Besteht die Ration aber hauptsächlich aus kaliumarmen Komponenten und ist die Futtermenge gleichzeitig klein, kann es eng werden. Dann lohnt es sich, gezielt kaliumreiche Zutaten einzuplanen. Unser Pastinakenbrei, Spinatbrei oder Bio-Kartoffelflocken sind dafür eine einfache Möglichkeit.
Kalium und Kochen: Warum das Kochwasser zählt
Das ist ein Punkt, den viele nicht auf dem Schirm haben: Kalium ist gut wasserlöslich. Kochst du Gemüse oder Kartoffeln in reichlich Wasser, wandert ein Teil davon ins Kochwasser. Bei Kartoffeln sinkt der Kaliumgehalt im Kochtopf je nach Zubereitung um 15 bis 40 Prozent. Wird das Wasser abgegossen, landet dieses Kalium im Ausguss statt im Napf.
So holst du mehr Kalium aus deinen Zutaten:
- Dämpfen oder dünsten statt in viel Wasser kochen. Zubereitungen mit wenig Wasser halten Nährstoffe meist besser als das Kochen in Wasser.
- Gemüse nicht länger kochen als nötig: Je länger die Garzeit, desto mehr geht ins Wasser über.
- Gemüsekochwasser mitverwenden, am besten frisch.
- Kartoffelkochwasser dagegen lieber wegschütten. Es kann Solanin aus den Kartoffeln enthalten.
Übrigens: Die Werte aus Nährwerttabellen gelten meist für rohe Lebensmittel. Kochst du in viel Wasser und gießt es ab, kommt in der Praxis etwas weniger Kalium im Hund an.
Woran erkennst du einen Kaliummangel beim Hund?
Durch die Fütterung selbst ist ein Kaliummangel eher unwahrscheinlich. Selbst wenn du etwas weniger Kalium fütterst als der Bedarf es angibt, entsteht dadurch nicht direkt ein Mangel, der mit Symptomen einhergeht. Das passiert dann, wenn, wenn der Körper zu viel Kalium verliert. Das passiert zum Beispiel über die Nieren bei sehr viel Urin, über den Darm bei Erbrechen oder Durchfall oder wenn ein Hund über längere Zeit kaum frisst. Auch entwässernde Medikamente können den Kaliumverlust erhöhen.
Mögliche Anzeichen eines Mangels sind:
- Muskelschwäche, bei schwerem Mangel auch ein auffällig hängender Kopf
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Appetitlosigkeit
- Kreislaufprobleme und Herzrhythmusstörungen
Ein leichter Mangel macht oft nur unspezifische Beschwerden, die man leicht übersieht. Sicher feststellen lässt sich ein Mangel nur über ein Blutbild. Bei solchen Symptomen gehört dein Hund deshalb immer zur Tierärztin oder zum Tierarzt.
Kann man Kalium überdosieren?
Über natürliche Lebensmittel: in der Regel nein. Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Kalium einfach mit dem Urin aus. Die Banane im Napf oder eine kaliumreiche Gemüsemischung sind für einen gesunden Hund also kein Grund zur Sorge.
Anders sieht es aus, wenn die Ausscheidung nicht richtig funktioniert. Das kann bei bestimmten Nieren- oder Hormonerkrankungen sowie unter einigen Herzmedikamenten der Fall sein. Bekommt dein Hund Medikamente oder hat er eine Vorerkrankung, kläre deshalb unbedingt mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab, ob Kalium für ihn ein Thema ist.
Wann braucht dein Hund ein Kalium-Supplement?
Kurz gesagt: nicht einfach auf Verdacht. Bei normaler Fütterung und durchschnittlichen Futtermengen ist der Bedarf meist gedeckt. Manche Komplettsupplemente enthalten außerdem etwas Kalium, damit der Bedarf auch bei kleineren Futtermengen sicher gedeckt ist. Wann ein Zusatz sinnvoll sein kann, siehst du im Bild.
Für genau diese Fälle haben wir Kaliumgluconat im Shop. Gluconat bedeutet, dass das Kalium organisch gebunden ist. Dadurch wird es gut aufgenommen und ist auch für den Magen gut verträglich. Wie viel du davon geben kannst, findest du in den Fütterungshinweisen auf der Produktseite.
Gerade bei sehr kleinen Futtermengen empfehlen wir dir, die Ration von einer Ernährungsberatung berechnen zu lassen. So weißt du, ob Kalium wirklich fehlt oder ob vielleicht ein ganz anderer Nährstoff das fehlende Puzzleteil ist.
Häufige Fragen zu Kalium beim Hund
Bekommt mein Hund durch Bananen zu viel Kalium?
Nein, zumindest nicht, wenn er gesund ist. Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Kalium einfach aus, deshalb ist ein Stück Banane kein Problem. Hat dein Hund eine Nierenerkrankung oder bekommt er Herzmedikamente, sprich die Menge vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab.
Kann ich das Kochwasser mit in den Napf geben?
Gemüsekochwasser ja. Darin steckt ein Teil des Kaliums. Kartoffelkochwasser solltest du dagegen wegschütten, weil es Solanin enthalten kann. Noch besser ist es, Gemüse zu dämpfen. Dann bleibt das Kalium gleich drin. Oder, falls dein Hund es verträgt, das Gemüse einfach roh pürieren.
Der Kaliumwert im Blutbild ist zu niedrig. Was bedeutet das?
Ein niedriger Kaliumwert entsteht meistens durch Verluste, zum Beispiel durch anhaltenden Durchfall, Erbrechen, entwässernde Medikamente oder eine Nierenerkrankung. Die Ursache sollte immer tierärztlich abgeklärt werden. Ein Supplement allein löst das Problem nicht, wenn der Verlust weiterläuft.
Der Kaliumwert im Blutbild ist zu hoch. Was bedeutet das?
Zuerst sollte geprüft werden, ob der Wert stimmt. Hat die Blutprobe zu lange gestanden, kann Kalium aus den Blutzellen austreten und einen falsch hohen Wert vortäuschen. Besonders häufig passiert das bei Rassen wie Akita, Shiba, Jindo und Shar-Pei. Ein echt erhöhter Wert hat mit der Fütterung meist nichts zu tun und gehört immer tierärztlich abgeklärt.
Braucht ein Sporthund mehr Kalium?
In der Regel nicht. Anders als wir Menschen schwitzen Hunde kaum und verlieren beim Sport deshalb nur wenig Kalium. Bekommt dein Sporthund ausreichend Futter, ist sein Kaliumbedarf meist gut gedeckt.
Was ist Kaliumbromid?
Kaliumbromid ist ein Medikament, das bei Epilepsie eingesetzt wird. Wirksam ist dabei das Bromid, nicht das Kalium. Es ist also kein Kaliumsupplement. Für die Fütterung ist trotzdem etwas wichtig: Bromid und Chlorid konkurrieren in den Nieren miteinander und Chlorid steckt vor allem in Salz. Bekommt dein Hund plötzlich deutlich mehr Salz, scheidet er mehr Bromid aus und der Spiegel sinkt. Bekommt er weniger Salz, steigt der Spiegel und es kann zu einer Überdosierung kommen. Stelle das Futter deshalb unter Kaliumbromid nicht einfach um und halte den Salzgehalt möglichst konstant. Planst du eine Umstellung, zum Beispiel aufs Selberkochen, sprich das vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab, damit der Bromidspiegel kontrolliert werden kann.
Wie viel Kalium steckt in Kaliumgluconat?
Unser Kaliumgluconat besteht zu 16,7% aus Kalium. Wie viel davon in die Ration gehört, hängt von der Futtermenge und vom individuellen Bedarf deines Hundes ab. Alle Infos zur Fütterung und zu unserer Fütterungsempfehlung findest du auf der Produktseite.
Hängen Kalium und Magnesium zusammen?
Ja. Fehlt Magnesium, verliert der Körper über die Nieren mehr Kalium, und ein Kaliummangel lässt sich dann schlechter ausgleichen. Deshalb lohnt es sich bei einem Kaliummangel, auch die Magnesiumversorgung im Blick zu behalten.
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Komplettsupplemente
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