Oliven für Hunde
Dürfen Hunde Olivenöl bekommen?
Ja, Hunde dürfen Olivenöl ins Futter bekommen. Es ist weder schädlich noch ungeeignet – es deckt aber kaum eine der Fettsäuren, deretwegen man Öl überhaupt in den Napf gibt.
In Hundefuttergruppen bei Facebook liest man oft, dass Olivenöl als einziges Öl gefüttert wird. Der Gedanke dahinter ist verständlich: Beim Menschen gilt Olivenöl als eines der gesündesten Öle überhaupt. Für den Hund lohnt sich aber ein zweiter Blick auf die Fettsäuren dahinter – denn genau die sind der Grund, warum ein Öl überhaupt in die Ration kommt.
Welche Fettsäuren braucht dein Hund wirklich?
Für eine bedarfsdeckende Ration eines erwachsenen Hundes sind diese Fettsäuren relevant:
- Linolsäure (Omega-6)
- Alpha-Linolensäure (Omega-3)
- EPA und DHA (Omega-3)
Sie sind essenziell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Dein Hund kann sie nicht bzw. nur in sehr begrenztem Ausmaß (EPA und DHA) selbst bilden. Wie viel Linolsäure dein Hund konkret braucht, kannst du mit unserem Linolsäure-Rechner ausrechnen.
Und was steckt in Olivenöl?
Olivenöl besteht zu etwa 55–83% (im Schnitt rund 70%) aus Ölsäure – einer einfach ungesättigten Omega-9-Fettsäure.
Linolsäure macht nur etwa 3,5–21% (im Schnitt rund 10%) aus, Alpha-Linolensäure liegt meist unter 1%. EPA und DHA enthält Olivenöl gar nicht – die kommen in relevanten Mengen praktisch nur aus marinen Quellen wie Fisch oder Algen.
Was das für die Bedarfsdeckung bedeutet
- Ölsäure ist keine essenzielle Fettsäure. Dein Hund kann sie selbst herstellen, und sie ist in einer normalen Ration ohnehin ausreichend vorhanden. Sie deckt also keinen Bedarf, der sonst offenbleiben würde.
- Der Linolsäure-Anteil liegt deutlich unter dem vieler anderer Öle.
- EPA und DHA fehlen komplett.
Das heißt nicht, dass gar keine Linolsäure drin ist – sie ist nur so gering konzentriert, dass du sehr viel Öl bräuchtest.
Ein Beispiel: Ein 30kg schwerer Hund deckt seinen Linolsäurebedarf mit etwa 5–6 ml Distelöl. Willst du diesen Bedarf über Olivenöl decken, brauchst du mit etwa 10% Linolsäure gerechnet etwa 40ml Öl pro Tag – oder mehr. Über Olivenöl mit rund 10 % Linolsäure bräuchtest du für dieselbe Menge etwa 40 ml, also ungefähr das Achtfache. Das sind rund 350kcal reines Fett – bei einem 30kg-Hund ein gutes Viertel des Tagesbedarfs an Energie, nur für ein einziges Öl. Dass das keinen Sinn macht, erkennt man schnell.
Diese Öle übernehmen den Job
- Distelöl, Walnussöl und Hanföl sind reich an Linolsäure.
- Hanföl und Walnussöl liefern zusätzlich Alpha-Linolensäure, die bei den meisten Rationen allerdings schon über das tierische Fett gedeckt ist.
- Unser Omega-3-Öl und Algenöl sind die einzigen relevanten Quellen für EPA und DHA.
Diese Öle decken also genau die essenziellen Fettsäuren, bei denen Olivenöl wenig beiträgt.
Achtung: Olivenöl ist von Natur aus ein „High-Oleic“-Öl
Falls dir das Fettsäureprofil bekannt vorkommt: Beim Distelöl beschreiben wir dasselbe Muster. Dort entsteht es allerdings durch Züchtung – High-Oleic-Distelöl wurde gezielt auf einen hohen Ölsäureanteil und wenig Linolsäure gebracht, sodass man ein klassisches Distelöl mit viel Linolsäure perfekt füttern kann (deshalb findest du es auch bei uns im Shop), die High-Oleic-Variante aber für den Hund nicht sinnvoll ist.
Olivenöl ist von Natur aus so aufgebaut. Genau das macht es zu einem guten Öl für die warme Küche (bei mittlerer Hitze) und zu einem Öl, das in der Hundeernährung wenig zur Bedarfsdeckung beiträgt. Es ist dasselbe Prinzip, nur einmal gezüchtet und einmal gewachsen.
Warum wird Olivenöl beim Menschen dann so gefeiert?
Der gute Ruf stammt vor allem aus der Herz-Kreislauf-Forschung: In Mittelmeerländern, wo viel Olivenöl als Ersatz für Butter und Schmalz auf dem Speiseplan steht, treten Herz-Kreislauf-Erkrankungen seltener auf. Anerkannt ist dabei vor allem der Tausch: gesättigte Fette raus, ungesättigte Fette rein. Das wird beim Menschen mit günstigeren Cholesterinwerten in Verbindung gebracht.
Dazu kommen Polyphenole wie Oleocanthal und Oleuropein sowie Vitamin E, die in der Humanforschung intensiv untersucht werden.
Der Unterschied zum Hund
Gesunde Hunde entwickeln so gut wie nie eine Arteriosklerose, wie sie beim Menschen vorkommt – ihr Fettstoffwechsel funktioniert anders. Ablagerungen in den Gefäßen treten praktisch nur im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes auf.
Der Hauptgrund, warum Olivenöl beim Menschen so geschätzt wird, lässt sich also nicht einfach auf den Hund übertragen. Natives Olivenöl extra enthält außerdem Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe) und Vitamin E, also Verbindungen mit antioxidativen Eigenschaften. Polyphenole findest du zum Beispiel auch in Beeren und Walnüssen. Für den Hund gibt es dazu bisher keine vergleichbare Forschungslage wie beim Menschen.
Wie viel Olivenöl darf mein Hund bekommen?
Wer danach sucht, findet Faustregeln von einem 1/4 Teelöffel bis zu 1 Esslöffel täglich – für denselben Hund. Der Grund für dieses Durcheinander ist einfach: Für Olivenöl gibt es keine bedarfsbasierte Dosierung. Beim Distelöl lässt sich die Menge sauber ausrechnen, weil sie sich am Linolsäurebedarf orientiert. Man gibt so viel, wie zur Deckung nötig ist – es gibt also eine echte Zielgröße, und dafür haben wir den Linolsäure-Rechner gebaut. Olivenöl deckt keinen solchen Bedarf. Damit fehlt auch das, woraus sich eine Menge ableiten ließe.
Deshalb gilt:
- Olivenöl ersetzt nicht die Öle, die gezielt Linolsäure oder Omega-3 liefern. Rechne es also zusätzlich und nicht anstelle dieser Öle.
- Jedes Öl bringt Kalorien mit, beachte das in deiner Gesamtration.
- Wie bei jeder neuen Zutat gilt: langsam steigern. Zu viel Fett auf einmal kann zu Durchfall führen.
Ein Schuss über dem Futter ist also völlig unproblematisch, wenn dein Hund es gerne mag. Eine feste Menge, die du erreichen müsstest, gibt es aber nicht – es fehlt schlicht der Bedarf, den sie decken würde.
Achte auf Qualität und Lagerung – kaltgepresst, in dunklem Glas, kühl und nicht zu lange offen. Mehr dazu findest du unter Lagerung von Ölen.
Häufige Fragen zu Olivenöl beim Hund
Ist Olivenöl gut für Haut und Fell?
Hilft Olivenöl bei Verstopfung?
Diese Frage lesen wir oft in Zusammenhang mit Ölen. Und klar, größere Ölmengen wirken im Darm gleitend. An der Ursache ändert das aber nichts und zu viel Fett auf einmal führt schnell zu Durchfall. Wenn dein Hund wiederholt Probleme beim Kotabsatz hat, gehört das tierärztlich abgeklärt.
Welches Ölivenöl ist für Hunde am besten?
Natives Olivenöl extra, kaltgepresst und in dunklem Glas. Am Fettsäureprofil ändert die Qualitätsstufe allerdings wenig – der Unterschied liegt bei Polyphenolen, Vitamin E und Geschmack. Anders als beim Distelöl gibt es hier keine Züchtungsvariante, auf die du achten müsstest.
Welches Öl ist denn nun das richtige für meinen Hund?
Das hängt davon ab, welche Fettsäure du decken möchtest: Linolsäure über Distelöl, Hanföl oder Walnussöl, EPA und DHA über unser Omega-3-Öl oder Algenöl. Olivenöl deckt keine dieser Fettsäuren in nennenswerter Menge und ist damit eher eine Zugabe als ein Baustein der Ration.
Dürfen Hunde Oliven fressen?
In kleinen Mengen ja, mit zwei Einschränkungen: Der Kern kann zum Fremdkörper werden und eingelegte Oliven enthalten viel Salz. Frische oder ungesalzene Oliven ohne Kern sind unproblematisch, gehören aber eher in die Kategorie Snack als in die Ration.
Olivenöl für Hunde – Fazit
Olivenöl ist kein Muss und kein Ersatz für Distelöl, Hanföl, Walnussöl oder unser Omega-3-Öl und Algenöl. Es ist auch kein schlechtes Öl – nur eben eines, das beim Hund einen geringen Nutzen hat.
Für die Deckung des Bedarfs an essenziellen Fettsäuren führt an den anderen Ölen kein Weg vorbei.
Olivenöl enthält pro 100g:
- 900kcal
- 100g Fett
- 55-83g Ölsäure
- 3,5-21g Linolsäure
-
Öle
Bio-Distelöl
5,90 € – 9,49 €Preisspanne: 5,90 € bis 9,49 €Enthält 7% MwSt.zzgl. VersandAusführung wählen Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen können auf der Produktseite gewählt werden -
Öle
Walnussöl
7,90 € – 79,99 €Preisspanne: 7,90 € bis 79,99 €Enthält 7% MwSt.zzgl. VersandAusführung wählen Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen können auf der Produktseite gewählt werden -
Öle
Hanföl
5,90 € – 61,99 €Preisspanne: 5,90 € bis 61,99 €Enthält 7% MwSt.zzgl. VersandAusführung wählen Dieses Produkt weist mehrere Varianten auf. Die Optionen können auf der Produktseite gewählt werden




