NRC-Rechner für Hunde
Bedarfswerte für Hunde - so viel braucht dein Hund
Mit unserem NRC-Rechner siehst du auf einen Blick, wie viel dein erwachsener Hund täglich und wöchentlich an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen, Fettsäuren und Aminosäuren braucht. Du gibst nur das Gewicht ein, den Rest rechnen wir für dich aus, auf Basis der empfohlenen Zufuhr nach NRC. Ist dein Hund normal- oder übergewichtig, nimm sein aktuelles Gewicht, ist er zu dünn, sein Idealgewicht.
Gib das Gewicht deines ausgewachsenen Hundes ein. Der Rechner zeigt dir den Nährstoffbedarf pro kg metabolischem Körpergewicht nach NRC (2006) sowie den daraus berechneten Tages- und Wochenbedarf deines Hundes.
| Nährstoff | pro kg mKG | Tagesbedarf | Wochenbedarf |
|---|
mKG = metabolisches Körpergewicht = (Körpergewicht in kg)0,75. Bedarf = Wert pro kg mKG × mKG.
Datenbasis: NRC (2006), empfohlene Zufuhr pro kg metabolischem Körpergewicht für ausgewachsene Hunde im Erhaltungsbedarf.
FEDIAF Selen als Ausnahme nach FEDIAF (wet-diet-Wert, ~6,4 mcg/kg mKG) statt NRC, da aktueller.
Vitamin A und D in IE (Vitamin A: 1 IE ≈ 0,3 mcg Retinol; Vitamin D: 1 mcg = 40 IE). Empfohlenes Calcium-Phosphor-Verhältnis bei erwachsenen Hunden etwa 1:1 bis 2:1.
So funktioniert der NRC-Rechner
- Gewicht eingeben: Trag das Gewicht deines Hundes in kg ein.
- Werte ablesen: In der Spalte Tagesbedarf siehst du, wie viel dein Hund pro Tag von jedem Nährstoff braucht, in der Spalte Wochenbedarf die Menge für eine ganze Woche.
- Grundlagen ansehen: Am Handy hältst du dein Gerät am besten quer, dann siehst du zusätzlich die Bedarfsgrundlagen, also auf welchem Wert jede Zeile beruht.
Bedarf ist keine Dosierung: Der Rechner zeigt dir den Gesamtbedarf deines Hundes aus allem, was im Napf landet, keine Dosierung für einzelne Produkte.
FAQ zum NRC-Rechner
Grundlagen
Was ist der NRC?
NRC steht für National Research Council, eine Einrichtung der US-amerikanischen National Academies of Sciences. Das NRC hat 2006 das Standardwerk „Nutrient Requirements of Dogs and Cats“ herausgegeben, in dem der Nährstoffbedarf von Hunden und Katzen auf Basis der Studienlage zusammengefasst ist. Bis heute ist es die wichtigste wissenschaftliche Grundlage für die Berechnung von Hunderationen in der Ernährungsberatung.
Was berechnet der NRC-Rechner?
Der NRC-Rechner berechnet den täglichen und wöchentlichen Bedarf deines erwachsenen Hundes an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dazu kommen die Fettsäuren Linolsäure, Alpha-Linolensäure sowie EPA + DHA und die Aminosäuren Tryptophan sowie Methionin + Cystein. Du gibst nur das Gewicht ein, der Rechner ermittelt daraus das metabolische Körpergewicht und rechnet alle Werte darauf um.
Wofür nutze ich den NRC-Rechner?
Den NRC-Rechner nutzt du, um schnell nachzuschauen, wie viel dein Hund von einem bestimmten Nährstoff braucht, z.B. wenn du wissen möchtest, wieviel Vitamin D oder Selen nötig sind. Auch für Ernährungsberaterinnen ist er eine schnelle Hilfe zum Nachschlagen. Einen Futterplan erstellt er nicht. Wenn du nach unseren Rechnern für Kochbarf und Optimix kochst, brauchst du ihn auch gar nicht, dort ist der Bedarf schon berücksichtigt.
Was bedeutet empfohlene Zufuhr?
Die empfohlene Zufuhr (im NRC „Recommended Allowance“, kurz RA) ist die Menge eines Nährstoffs, mit der ein gesunder erwachsener Hund mit ganz normalem Futter sicher versorgt ist. Sie ist also nicht das absolute Minimum, ab dem ein Mangel beginnt, sondern berücksichtigt schon, dass Nährstoffe aus dem Futter nicht vollständig aufgenommen werden. Ein kleiner Puffer ist damit eingebaut. Genau diese Werte zeigt dir unser Rechner, nur bei Selen nutzen wir den FEDIAF-Wert.
Warum richtet ihr euch nach dem NRC und nicht nach FEDIAF?
Wir richten uns nach dem NRC, weil es die wissenschaftliche Grundlage für den Nährstoffbedarf von Hunden ist, auf der auch FEDIAF aufbaut. FEDIAF ist der europäische Verband der Heimtierfutterhersteller und gibt Empfehlungen für Fertigfutter heraus. Beide geben ihre Werte auf verschiedene Arten an: pro metabolischem Körpergewicht, also wie viel ein Hund braucht, und pro 1.000kcal, also wie viel davon in einem Futter stecken muss.
Wie viel in einem Futter stecken muss, hängt davon ab, wie viel der Hund frisst. NRC geht dabei von einem höheren Energieverbrauch aus, als ihn die meisten Haushunde haben. Deshalb hat FEDIAF die Werte pro 1.000kcal bei den meisten Nährstoffen um etwa 20% erhöht, damit auch mit weniger Futter genug im Hund ankommt. Rechnet man das wieder auf den Hund um, also auf das metabolische Körpergewicht, liegen NRC und FEDIAF wieder fast gleichauf.
Da sich die Werte pro Hund kaum unterscheiden, nutzen wir direkt die Originalquelle NRC. Eine Ausnahme machen wir bei Selen: Hier ist der FEDIAF-Wert neuer und unterscheidet zwischen Nass- und Trockenfutter, das erklären wir in der nächsten Frage. .
Warum nutzt ihr bei Selen einen anderen Wert?
Bei Selen verwenden wir den aktuellen FEDIAF-Wert für Nassfutter, weil er neuer ist als der NRC-Wert von 2006 (der recht hoch gegriffen ist). Zum Selenbedarf erwachsener Hunde gibt es kaum eigene Studien, deshalb orientiert sich FEDIAF am Wert der Katze. 2020 wurde er überarbeitet und unterscheidet seitdem zwischen Nass- und Trockenfutter. Selbst gekochte oder rohe Rationen ähneln eher Nassfutter, deshalb nutzen wir diesen Wert.
Selen ist jedoch immer ein schwieriges Thema in der Bedarfsdeckung, denn nicht nur der Bedarf wird unterschiedlich gesehen, noch schwieriger ist die Frage, wie viel in deiner Ration steckt. Unsere Böden sind teilweise selenarm, Nutztiere und teilweise sogar Wild bekommen Selen zugefüttert und in Nährwertdatenbanken fehlen Selenwerte oft ganz. In der Rationsgestaltung muss man daher viele Puffer berücksichtigen.
Was ist das metabolische Körpergewicht und warum rechnet ihr nicht einfach mit dem Gewicht?
Das metabolische Körpergewicht (kg^0,75) bildet ab, dass der Stoffwechsel nicht im gleichen Maß mitwächst wie das Körpergewicht. Das liegt an der Körperoberfläche: Ein kleiner Hund hat im Verhältnis zu seiner Masse viel mehr Oberfläche als ein großer Hund, verliert darüber mehr Wärme und hat deshalb pro Kilo einen höheren Stoffwechsel. Ein 40kg-Hund wiegt viermal so viel wie ein 10kg-Hund, braucht aber nur etwa das 2,8-Fache an Nährstoffen. Würde man einfach mit dem Gewicht multiplizieren, wären kleine Hunde unter- und große Hunde überversorgt.
Bedienung und Werte
Soll ich das Ist- oder das Idealgewicht eingeben?
Bei normalgewichtigen Hunden gibst du das aktuelle Gewicht ein, bei untergewichtigen das Idealgewicht. Bei Übergewicht empfehlen wir, mit dem aktuellen Gewicht zu rechnen, weil es hier um Nährstoffe geht und nicht um Kalorien und ein bisschen Puffer nicht schadet. Es passiert aber auch nichts, wenn du mit dem Idealgewichtsbedarf vergleichen würdest.
Wann nutze ich den Tages- und wann den Wochenbedarf?
Der Wochenbedarf hilft dir, wenn nicht jeden Tag exakt dasselbe im Napf landet. Fettlösliche Vitamine wie A, D und E kann dein Hund speichern, kleine Schwankungen von Tag zu Tag gleichen sich dadurch über die Woche aus. Wasserlösliche B-Vitamine werden dagegen kaum gespeichert (Ausnahme: B12) und sollten regelmäßig im Napf landen. Auch bei Jod ist eine regelmäßige Zufuhr, verteilt auf die Wochentage, schöner als eine einmalige Gabe pro Woche.
Wie rechne ich Vitamin D von IE in mcg um?
Bei Vitamin D teilst du den IE-Wert durch 40, dann hast du den Wert in mcg, falls du diesen brauchst. Ein Beispiel: Zeigt dir der Rechner 200IE an, rechnest du 200 : 40 = 5mcg. Andersherum geht es genauso einfach: mcg mal 40 ergibt IE, aus 25mcg werden also 1.000IE. Achte beim Vergleichen mit deinem Produkt genau darauf, ob dort IE oder mcg angegeben sind, denn gerade hier passieren die meisten Rechenfehler.
Wie rechne ich Vitamin A von IE in mcg um?
Bei Vitamin A nimmst du den IE-Wert mal 0,3, dann hast du den Wert in mcg Retinol. Ein Beispiel: Zeigt dir der Rechner 3.000IE an, rechnest du 3.000 x 0,3 = 900mcg. Andersherum teilst du mcg durch 0,3, aus 900mcg werden also wieder 3.000IE. Aufpassen musst du, wenn auf deinem Produkt nicht Retinol, sondern Retinylacetat oder Retinylpalmitat in mcg angegeben ist. Dann gelten andere Faktoren: Bei Retinylacetat entspricht 1IE 0,344mcg, bei Retinylpalmitat 0,55mcg.
Wie rechne ich Vitamin E von IE in mg um?
Der Rechner gibt Vitamin E in mg an. 1mg entspricht 1IE. Zeigt dir der Rechner also 20mg an, braucht dein Hund 20IE. Am einfachsten vergleichst du über die IE: Steht auf deinem Produkt eine IE-Angabe, kannst du direkt vergleichen, egal ob synthetisches oder natürliches Vitamin E drin ist. Steht dort nur eine Menge in mg, kommt es auf die Form an: Bei synthetischem Vitamin E (dl-alpha-Tocopherylacetat) gilt ebenfalls 1:1. Bei natürlichem Vitamin E (d-alpha-Tocopherol, auch RRR-alpha-Tocopherol) teilst du den Wert aus dem Rechner durch 1,49, aus 20mg werden also etwa 13,4mg natürliches Vitamin E. Natürliches Vitamin E wirkt stärker, deshalb brauchst du davon weniger.
Warum werden manche Werte in mg und andere in mcg angegeben?
Die Einheit richtet sich danach, wie viel dein Hund von einem Nährstoff braucht. Von Calcium oder Phosphor braucht er vergleichsweise viel, das wird in g und mg angegeben. Von Selen und Jod braucht er nur winzige Mengen, die werden in mcg angegeben. 1mg sind 1.000mcg, eine Verwechslung bedeutet also gleich das Tausendfache. Schau deshalb beim Vergleichen mit Produktangaben immer genau auf die Einheit.
Warum zeigt der Rechner keinen Kalorienbedarf an?
Den Energiebedarf haben wir bewusst nicht aufgenommen, weil er von Hund zu Hund sehr unterschiedlich ist. Es gibt zwar Durchschnittswerte, aber jeder Hund hat seinen eigenen Stoffwechsel und Aktivität, Rasse und Haltung können ebenfalls mitspielen. Aus über 10 Jahren Ernährungsberatung wissen wir, dass Energie etwas so individuelles ist, dass man sich hier nicht an pauschalen Angaben orientieren sollte.
Die Nährstoffwerte aus dem Rechner gelten deshalb pro metabolischem Körpergewicht, unabhängig davon, wie viele Kalorien dein Hund braucht. In unseren Rechnern für Kochbarf und Optimix Cooking haben wir den durchschnittlichen Energiebedarf bereits in passende Futtermengen umgerechnet. Braucht dein Hund deutlich mehr oder weniger, passen auch diese Konzepte nicht mehr und du tastest dich am besten mit regelmäßigem Wiegen an die richtige Menge heran.
Praktische Anwendung
Gelten die NRC-Bedarfswerte auch für BARF und selbst gekochte Rationen?
Ja, die NRC-Bedarfswerte gelten genauso für BARF und selbst gekochte Rationen, denn der Bedarf hängt am Hund und nicht am Futter.
Oft heißt es, die Werte seien nur für Fertigfutter entwickelt worden und frisches Futter werde so viel besser verwertet, dass weniger Nährstoffe ausreichen würden.
Das stimmt so nicht: Grundlage sind Versuche mit speziellen Versuchsdiäten, in denen die Nährstoffe meist sehr gut verfügbar sind. Der kleine Puffer in der empfohlenen Zufuhr gleicht dann aus, dass kein Futter vollständig aufgenommen wird und jeder Hund Nährstoffe etwas anders verwertet und das gilt für frische Rationen genauso.
Roh heißt dabei nicht automatisch besser verdaulich: Rohe Knochen zum Beispiel werden nicht immer vollständig verdaut. Dazu kommt, dass Hunde die Aufnahme von Calcium kaum steigern können, wenn wenig im Futter ist. In einer Studie verloren Hunde, die nur den absoluten Mindestbedarf an Calcium bekamen, über Monate mehr Calcium, als sie aufnahmen, obwohl ihre Blutwerte normal blieben (Quelle).
Und selbst wenn dein Hund bei einzelnen Nährstoffen mit etwas weniger auskommen würde: Wie viel weniger das wäre, lässt sich weder für Hunde allgemein noch für deinen Hund beziffern. Uns ist keine Studie bekannt, die zeigt, dass gebarfte oder gekochte Hunde dauerhaft mit weniger auskommen. Untersuchungen von BARF-Rationen zeigen dagegen immer wieder Fehlversorgungen, besonders bei Calcium, Kupfer, Zink, Jod und den Vitaminen A und D (Quelle). Dass ein Hund gesund aussieht, heißt dabei noch lange nicht, dass er gut versorgt ist. Der Körper hält seine wichtigen Funktionen so lange wie möglich aufrecht. Calcium etwa holt er sich aus den Knochen, bis im Blutbild überhaupt etwas auffällt. Bis ein Mangel sichtbar wird, können deshalb Jahre vergehen und die Symptome werden dann oft dem Alter zugeschrieben. Etwas Puffer schadet bei den meisten Nährstoffen dagegen nicht. Selbst wenn also ggf. weniger als die NRC-Werte reichen würde, schadet eine Deckung nach NRC nicht und es ist aus unserer Sicht immer sinnvoll, die Bedarfswerte zu erfüllen, statt sich darauf zu verlassen, dass es schon passt, weil alles natürlich ist.
Warum uns das so wichtig und ein Herzensanliegen ist, liest du ausführlich in unserem Artikel Warum braucht mein Hund einen Kochplan?
Was ist mit dem Calcium-Phosphor-Verhältnis?
Das Calcium-Phosphor-Verhältnis sollte bei erwachsenen Hunden zwischen 1:1 und 2:1 liegen, es sollte also mindestens genauso viel Calcium wie Phosphor in der Ration sein. Als Puffer empfehlen wir dir, etwa bei 1,2-1,4:1 zu liegen. Das berücksichtigt auch unser Knochenmehl-Calcium-Rechner für Kochbarf-Rationen.
Das Verhältnis allein sagt aber wenig aus: Auch eine Ration mit perfektem Verhältnis kann zu wenig von beidem enthalten. Prüf deshalb immer zuerst, ob die absoluten Mengen stimmen und danach erst das Verhältnis.
Kann ich mit dem Rechner einen Futterplan erstellen?
Nein, ein Futterplan lässt sich mit dem NRC-Rechner nicht erstellen, dafür ist er auch nicht gedacht. Er zeigt dir einzelne Bedarfswerte zum Nachschlagen, z.B. wenn du wissen möchtest, wie viel Vitamin D dein Hund braucht. Möchtest du selbst kochen, sind unsere Rechner so aufgebaut, dass du nichts gegenrechnen musst. Brauchst du einen individuell berechneten Futterplan, vermitteln wir dir gerne eine Ernährungsberatung. Schreib uns dann einfach eine Email.
Wie finde ich heraus, was meine Ration enthält?
Die Nährstoffgehalte deiner Zutaten findest du in Nährwertdatenbanken wie dem Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) und bei Supplementen in den Herstellerangaben. Denk dran, dass Datenbanken Durchschnittswerte liefern: Gerade bei Naturprodukten wie Leber oder Fisch können die tatsächlichen Gehalte deutlich davon abweichen. Bei manchen Nährstoffen wie Selen fehlen außerdem oft Werte in den Datenbanken.
Kann ich die Versorgung meines Hundes über ein Blutbild prüfen?
Ein Blutbild ist für die Kontrolle der Nährstoffversorgung nur begrenzt aussagekräftig. Calcium zum Beispiel hält der Körper im Blut so lange wie möglich konstant und holt es sich notfalls aus den Knochen. Ein normaler Blutwert heißt also noch lange nicht, dass genug im Napf landet. Ähnlich ist es bei Magnesium und Kalium, die zum größten Teil in den Zellen und Knochen stecken. Werden sie z.B. bei Entwässerungsmitteln regelmäßig im Blut kontrolliert, geht es um akute Verschiebungen, nicht darum, ob die Ration den Bedarf deckt. Phosphor und Zink schwanken im Blut im Tagesverlauf stark, Vitamin A und Kupfer werden vor allem in den Organen gespeichert. Etwas aussagekräftiger sind dagegen z.B. Vitamin D und Jod.
Eine Untersuchung der LMU München zeigte außerdem, dass die Werte im sogenannten BARF-Blutprofil nicht mit der tatsächlichen Versorgung laut Rationsberechnung zusammenpassten (Quelle). Verlässlicher ist es deshalb, die Ration zu prüfen, also zu schauen, ob das, was im Napf landet, den Bedarf deckt.
Was passiert, wenn ich über oder unter dem Bedarf liege?
Wenn du an einzelnen Tagen über oder unter dem Bedarf liegst, ist das kein Problem, entscheidend ist die Versorgung über Wochen und Monate. Liegt dein Hund dauerhaft deutlich darunter, kann sich langsam ein Mangel entwickeln. Ein wenig darüber zu liegen ist bei den meisten Nährstoffen unbedenklich. Bei manchen, z.B. Vitamin D, Jod und Kupfer, solltest du die Empfehlung aber nicht dauerhaft deutlich überschreiten. Pass besonders auf, wenn du mehrere Ergänzungen kombinierst, damit sich nichts doppelt.
Grenzen des Rechners
Gilt der Rechner auch für Welpen?
Nein, dieser Rechner ist nur für erwachsene Hunde gedacht. Welpen haben im Wachstum einen ganz eigenen Bedarf, der von Alter, aktuellem Gewicht und erwarteter Endgröße abhängt und sich nicht einfach aus den Werten für erwachsene Hunde ableiten lässt. Gerade bei Calcium und Phosphor ist das wichtig, weil Fehler bei großen Rassen die Knochenentwicklung beeinträchtigen können. Bei Calcium und Phosphor orientieren wir uns bei Welpen übrigens eher an den FEDIAF-Werten. Für Ernährungsberaterinnen haben wir einen eigenen NRC-Welpenrechner. Kochst du selbst für einen Welpen, hol dir dafür bitte unbedingt Unterstützung.
Gilt der Rechner für trächtige Hündinnen oder kranke Hunde?
Nein, für trächtige und säugende Hündinnen gibt es eigene, deutlich höhere Bedarfswerte. Auch bei Erkrankungen wie Nieren- oder Lebererkrankungen kann sich der Bedarf an einzelnen Nährstoffen verschieben. Sprich die Fütterung in diesen Fällen bitte mit deiner Tierärztin oder Ernährungsberatung ab.
Gelten die Bedarfswerte auch für kastrierte Hunde und Senioren?
Ja, die Bedarfswerte gelten grundsätzlich auch für kastrierte Hunde und Senioren. Kastration und Alter verändern vor allem den Energiebedarf und den zeigt der Rechner bewusst nicht an. Für ältere Hunde gibt es im NRC keine eigenen Werte. Dennoch kann der Bedarf bei Senioren teilweise höher sein, etwa wenn Nährstoffe durch Erkrankungen oder eine nachlassende Verdauung schlechter aufgenommen werden. Beim Protein gibt es außerdem Hinweise, dass ältere Hunde mehr brauchen, das hat FEDIAF in ihren Empfehlungen berücksichtigt (Quelle). Bei Senioren solltest du die Werte aus dem Rechner deshalb eher großzügig erfüllen bzw. deinen Plan einmal von einer Ernährungsberatung checken lassen.
Warum zeigt der Rechner Aminosäuren statt Protein?
Dein Hund braucht eigentlich kein „Protein“ an sich, sondern die einzelnen Aminosäuren, aus denen Proteine bestehen. Je nach Zutat ist die Zusammensetzung der Aminosäuren sehr unterschiedlich: Eine Ration kann reichlich Protein enthalten und trotzdem bei einzelnen Aminosäuren knapp sein. Deshalb schauen wir direkt auf die Aminosäuren, die in der Praxis am häufigsten knapp werden und haben diese bewusst in den Rechner integriert.
Warum gerade Tryptophan und Methionin + Cystein?
Tryptophan und Methionin sind essenziell, dein Hund kann sie also nicht selbst bilden und muss sie über das Futter aufnehmen. Cystein kann er zwar selbst aus Methionin herstellen, das geht aber auf Kosten von Methionin. Deshalb muss von beiden zusammen genug im Futter sein und sie werden gemeinsam betrachtet.
Diese Aminosäuren werden in selbst zusammengestellten Rationen meistens als erstes knapp. Das passiert vor allem bei Rationen mit viel Bindegewebe, vielen pflanzlichen Eiweißquellen oder bei sehr kleinen Futtermengen, z.B. bei Hunden mit niedrigem Energiebedarf. Tryptophan wird unter anderem für die Bildung von Serotonin gebraucht. Methionin und Cystein sind wichtig für Haut und Fell und werden für die Bildung von Taurin benötigt.
Warum fehlt Vitamin C im Rechner?
Vitamin C fehlt, weil Hunde es selbst bilden können. Anders als wir Menschen müssen sie es deshalb nicht über das Futter aufnehmen und NRC gibt für gesunde Hunde deshalb auch keinen Bedarfswert an.
Warum zeigt der Rechner kein Omega-6:3-Verhältnis an?
Ein Omega-6:3-Verhältnis zeigen wir bewusst nicht an, weil für deinen Hund vor allem die Mengen zählen und nicht das Verhältnis. Für erwachsene Hunde gibt es nämlich keinen Bedarfswert für ein Verhältnis: NRC nennt nur in einer Tabellenfußnote einen sehr weiten Rahmen von 2,6 bis 26 für Linolsäure zu Alpha-Linolensäure, FEDIAF nennt gar keinen (Quelle). Ein Verhältnis sagt außerdem nichts darüber aus, wie viel Omega-3 tatsächlich im Napf landet und es unterscheidet nicht zwischen Alpha-Linolensäure aus Pflanzenölen und EPA + DHA aus Fisch- oder Algenöl (Quelle). Das ist wichtig, weil Hunde Alpha-Linolensäure nur begrenzt umwandeln können. Leinöl ist deshalb kein Ersatz für Fisch- oder Algenöl (Quelle). Studien zeigen außerdem, dass bei gleichem Verhältnis die Menge entscheidet, wie viel EPA und DHA im Blut ankommt, und dass Fischöl anders wirkt als Leinöl, selbst wenn das Verhältnis fast identisch ist (Quelle, Quelle). Für ein aussagekräftiges Verhältnis müsstest du zudem alle relevanten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren deiner gesamten Ration kennen, auch aus Fleisch und Fett, und die schwanken stark. Ganz egal ist das Verhältnis trotzdem nicht: Sehr viel langkettiges Omega-3 bei sehr wenig Omega-6 kann zum Beispiel die Immunabwehr dämpfen, deshalb ist auch Linolsäure wichtig (Quelle).
Fazit: Wichtig ist also, dass dein Hund genug Linolsäure, Alpha-Linolensäure und EPA + DHA bekommt und genau diese Werte zeigt dir der Rechner. Linolsäure kannst du außerdem mit unserem Linolsäurerechner berechnen und Omega 3 mit unserem Omega-3-Rechner.
Ersetzt der Rechner eine Rationsberechnung?
Nein, der Rechner ersetzt keine Rationsberechnung. Er zeigt dir, was dein Hund braucht, aber nicht, was deine Ration tatsächlich liefert. Brauchst du eine individuell berechnete Ration, vermitteln wir dir gerne eine Ernährungsberatung.
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