Richtige Lagerung von Öl

Richtige Lagerung von Öl

Kann falsch gelagertes Öl schädlich sein?

Wir lesen in unserer Facebookgruppe und hören es auch in Beratungsgesprächen immer wieder:

  • „Ich kaufe immer den 5-Liter-Kanister, ist ja günstiger.“
  • „Das Fischöl steht seit einem halben Jahr im Kühlschrank, natürlich füttere ich das noch, ist ja noch haltbar.”
  • “Ich lagere das Öl im Küchenschrank, da im Kühlschrank kein Platz ist.”

Geruch alleine hat jedoch keine Aussagekraft. 

Öle – besonders Fischöl, Algenöl, Hanföl, Walnussöl, Nachtkerzenöl und Distelöl – enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren (EPA & DHA (z.B. Fischöl/Algenöl), Linolsäure (z.B. Distelöl/Hanföl/Walnussöl), GLA (z.B. Nachtkerzenöl) und Alpha-Linolensäure (z.B. Hanföl/Walnussöl)). Diese sind wertvoll, durch ihre Doppelbindungen, aber gleichzeitig extrem oxidationsempfindlich.
Oxidation passiert still und unsichtbar: durch Licht, Wärme und Sauerstoff – schon ab dem ersten Öffnen der Flasche, also sobald das Öl auf Sauerstoff trifft.
Das Ergebnis nennt sich Lipidperoxidation: Das Öl zerfällt, es entstehen freie Radikale und schädliche Abbauprodukte:

  • Primär: Hydroperoxide – noch relativ stabil, aber instabil genug, um weiterzureagieren
  • Sekundär: Aldehyde, Malondialdehyd (MDA), kurzkettige Fettsäuren – diese richten im Körper Schaden an

Das Tückische: Das Öl kann dabei organoleptisch unauffällig sein – also weder auffällig riechen noch anders aussehen. Und trotzdem kann es leider bereits erheblich oxidiert sein.

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Was Ranziges Öl im Körper bewirkt

Oxidierte Fettsäuren können ihren eigentlichen Zweck nicht mehr erfüllen – der essenzielle Bedarf an EPA, DHA oder Linolsäure wird schlicht nicht gedeckt, obwohl täglich Öl gegeben wird.

Dazu kommen direkte Schäden durch die Abbauprodukte:

  • Malondialdehyd (MDA) ist nachweislich genotoxisch – es kann die DNA schädigen
  • Aldehyde greifen Zellmembranen an und lösen eine Kettenreaktion freier Radikale aus
  • Wissenschaftlich belegt: Zusammenhang mit Leber- und Bauchspeicheldrüsenschäden und oxidativem Stress (vgl. Ambreen et al 2020, Chiang et. al 2011).
  • Der Vitamin-E-Bedarf steigt erheblich – wird er nicht gedeckt, kann der Körper die Kettenreaktion nicht unterbrechen

Ranziges Öl kann damit in bestimmten Mengen und bei regelmäßiger Gabe also schädlicher sein, als gar kein Öl zu geben.

Der Einfluss der Lagerung auf das Öl

  • Temperatur: Für jeden Temperaturanstieg um 10°C verdoppelt sich die Oxidationsrate – und die Haltbarkeit halbiert sich entsprechend. Öl, das bei 20°C gelagert wird, hält also rechnerisch nur halb so lange wie Öl, das bei 10°C gelagert wird. (vgl. Hu/Jacobsen 2016)
  • Licht: UV-Licht katalysiert die Oxidation erheblich. Die Klarglasflasche am Fenster ist das worst case scenario. Braunglas reduziert den Lichteintrag signifikant.
  • Sauerstoffkontakt: Jedes Öffnen bringt frischen Sauerstoff in die Flasche, der oxidieren kann und damit die Haltbarkeit reduziert. Je voller die Flasche noch ist, desto weniger Sauerstoff wirkt auf das Öl ein.

Exkurs: Warum Kokosöl so viel länger hält
Kokosöl verhält sich grundlegend anders – und das hat einen klaren chemischen Grund. Es besteht zu etwa 90 % aus gesättigten Fettsäuren (hauptsächlich Laurinsäure). Gesättigte Fettsäuren haben keine Doppelbindungen – genau dort, wo Sauerstoff bei mehrfach ungesättigten Fettsäuren angreift.

Das Ergebnis: Kokosöl ist von Natur aus sehr oxidationsstabil und bei Raumtemperatur über viele Monate haltbar. Gleiches gilt für MCT-Öl, das aus Kokosöl gewonnen wird und ausschließlich mittelkettige, gesättigte Fettsäuren enthält.
Kokosöl und MCT-Öl liefern aber natürlich kein EPA und DHA und kaum Linolsäure. Sie können Fischöl oder Algenöl ernährungsphysiologisch daher nicht ersetzen – und die Stabilität des Kokosöls ist kein Argument dafür, dass andere Öle genauso behandelt werden dürfen.

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Welches Öl oxidiert wie schnell?

Nicht alle Öle sind gleich empfindlich. Die Haltbarkeit hängt direkt davon ab, wie viele und welche Art von Doppelbindungen die Fettsäuren mitbringen.

Eine grobe Einordnung unserer Öle:

  • 🔴 Am empfindlichsten: Algenöl,  Omega-3-Öl
  • 🟠 Empfindlich: Nachtkerzenöl, Hanföl, Walnussöl, Distelöl
  • 🟢 Stabil: Bio-Kokosöl, MCT-Öl

Warum wir unsere Öle so gestalten, wie wir es tun

Diese Erkenntnisse fließen alle direkt in unsere Produkte ein:

  • Braunglas schützt vor Lichtoxidation – bei allen unseren empfindlichen Ölen bewusst gewählt
  • Kleine Gebinde wo möglich – weil ein kleiner Hund eine große Flasche oft nicht aufbraucht, bevor das Öl oxidiert.
  • Natürliches Vitamin E als Antioxidans – zum Schutz der empfindlichen Omega-3-Fettsäuren, direkt in der Flasche
  • Lagerhinweise auf jeder Flasche – nicht nur als Pflichtangabe, sondern weil es wirklich einen Unterschied macht
  • Bio-Kokosöl für Hunde - Energiequelle, Fettquelle, Zecke, mittelkettige Fettsäuren
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