Magnesium für Hunde
Bedarf, Lebensmittel, Mangel und Überdosierung
Bei uns Menschen ist Magnesium in aller Munde. Bei jedem Wadenkrampf denken wir sofort an Magnesium. Beim Hund ist Magnesium erstaunlich selten ein Thema, denn in den allermeisten Rationen ist ganz nebenbei genug drin 😉 Trotzdem gibt es Situationen, in denen es sich lohnt, genauer hinzuschauen, denn Magnesium hat im Körper ganz schön viel zu tun.
Was Magnesium im Körper deines Hundes macht, wo es drinsteckt und wann ein Zusatz wirklich Sinn macht, erfährst du hier.
Magnesium ist an fast allem beteiligt
Energiestoffwechsel, Muskeln, Nerven und Knochen: Ohne Magnesium läuft im Körper wenig rund.
Meistens reicht das Futter
Bei normalen oder hohen Futtermengen ist der Bedarf in der Regel über Fleisch, Kohlenhydrate, Nüsse und Kerne gedeckt.
Zu viel wird meist einfach ausgeschieden
Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Magnesium aus. Zu hohe Mengen merkst du vor allem am Kot.
Ein Zusatz nur, wenn er gebraucht wird
Sinnvoll ist ein Zusatz bei sehr kleinen Futtermengen, sportlichen Hunden oder bestimmten Erkrankungen.
Was macht Magnesium im Körper deines Hundes?
Magnesium ist ein essentieller Mineralstoff. Dein Hund kann ihn also nicht selbst herstellen, er muss mit dem Futter kommen. Und er hat ganz schön viel zu tun:
- Energiestoffwechsel: Viele Enzyme, die aus dem Futter Energie gewinnen, funktionieren nur mit Magnesium.
- Muskeln: Magnesium sorgt dafür, dass Muskeln nach der Anspannung auch wieder locker lassen können.
- Nerven: Es ist an der Reizübertragung beteiligt und hilft, dass Nerven nicht überreagieren.
- Knochen: Ein großer Teil des Magnesiums im Körper ist in den Knochen gespeichert.
Platt gesagt: Magnesium ist der Mineralstoff fürs Entspannen und fürs Energietanken, und das in fast jeder Zelle.
Wie viel Magnesium braucht dein Hund?
Der Magnesiumbedarf liegt bei 19,7mg pro kg metabolischem Körpergewicht täglich. Das metabolische Körpergewicht ist das Körpergewicht hoch 0,75. Klingt kompliziert, ist aber einfach eine genauere Methode, den Bedarf an die Größe deines Hundes anzupassen, als über das reine Gewicht.
Ein Rechenbeispiel: Ein 30kg schwerer Hund hat ein metabolisches Körpergewicht von rund 12,8kg. Sein Magnesiumbedarf liegt damit bei etwa 253mg pro Tag. Mit einer Ration aus Rindfleisch, Haferflocken und Amaranth und einem Gemüsemix aus Brokkoli, Karotte und Spinat ist er schon zu rund 90% versorgt. Den Rest übernimmt das Komplettsupplement bzw. beim Kochbarf unser Elements. Du siehst: Da muss man sich normalerweise keine großen Sorgen machen.
In welchen Lebensmitteln steckt viel Magnesium?
Magnesium steckt in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln. Fleisch liefert eher moderate Mengen. Richtig punkten können dagegen Kerne, Nüsse und viele (Pseudo-) Getreide wie Hafer und Hirse.
Durchschnittlicher Magnesiumgehalt ausgewählter Lebensmittel (pro 100g):
- Sonnenblumenkerne: 336mg
- Haselnüsse: 150-163mg
- Braunhirse: ca. 130mg
- Walnüsse: 129mg
- Haferflocken: 120-140mg
- Amaranth: ca. 235mg
- Hirse: 94-120mg
- Spinat: 58-62mg
- Banane: 36mg
- Lachs: 29mg
- Rindfleisch: 21mg
Und welche Lebensmittel sind eher magnesiumarm?
Deutlich weniger Magnesium bringen zum Beispiel weißer Reis, Nudeln oder Kartoffeln mit. Auch Fleisch allein liefert nur moderate Mengen. Das ist überhaupt kein Problem, solange der Rest der Ration genug Magnesium mitbringt. Knapp werden kann es aber, wenn die Ration hauptsächlich aus magnesiumarmen Zutaten besteht und die Futtermenge gleichzeitig klein ist. Dann lohnt es sich, öfter mal zu magnesiumreicheren Kohlenhydraten wie Hafer oder Hirse zu greifen, wenn möglich.
Wann braucht dein Hund zusätzlich Magnesium?
Bekommt dein Hund ein Komplettsupplement, ist Magnesium darin schon enthalten und damit ausreichend gedeckt. Beim Kochbarf übernimmt das unser Elements. Ein zusätzliches Magnesiumsupplement ist also kein Muss. Es kann aber in diesen Situationen sinnvoll sein:
- Dein Hund bekommt sehr wenig Futter, zum Beispiel in einer Abnehmphase.
- Dein Hund wird sehr sportlich geführt.
- Dein Hund ist nervlich gerade besonders gefordert.
- Deine Ernährungsberatung hat berechnet, dass Magnesium in der Ration fehlt.
- Dein Hund hat bestimmte Erkrankungen oder bekommt Medikamente, die zum Beispiel entwässern und dadurch die Magnesiumausscheidung erhöhen.
Wie viel du dann zufütterst, findest du bei unserem Magnesiumkomplex genauer beschrieben, der für genau solche Situationen entwickelt wurde.
Brauchen Sporthunde mehr Magnesium?
Du fragst dich, ob dein Agility-Ass oder Laufpartner mehr Magnesium braucht? Häufig ja. Bei uns Menschen wird da gern mit dem Schwitzen argumentiert, das spielt beim Hund aber kaum eine Rolle, denn Hunde schwitzen fast nicht. Entscheidend ist hier etwas anderes: die vermehrte Muskelbeanspruchung. Arbeiten die Muskeln viel, tut vielen Hunden etwas mehr Magnesium richtig gut. Ein Teil davon kommt schon über die höhere Futtermenge, die aktive Hunde ohnehin brauchen. Bei sehr sportlichen Hunden kann ein Zusatz trotzdem sinnvoll sein.
Woran erkennst du einen Magnesiummangel beim Hund?
Erst mal die gute Nachricht: Ein echter Magnesiummangel allein durch die Fütterung ist bei normalen Futtermengen selten. Häufiger entsteht er, wenn der Körper zu viel Magnesium verliert, zum Beispiel durch anhaltenden Durchfall, entwässernde Medikamente oder bestimmte Erkrankungen.
Weil Magnesium so viele Aufgaben hat, sind die Anzeichen eines Mangels leider ziemlich unspezifisch:
- Mattigkeit und Müdigkeit
- Muskelschwäche, bei stärkerem Mangel auch Muskelzittern oder Krämpfe
- Appetitlosigkeit
- erhöhte Reizbarkeit und Nervosität
Unter Bedarf heißt nicht gleich Mangel
Keine Panik, wenn deine Ration rechnerisch mal etwas unter dem Bedarfswert liegt. Dein Hund rutscht dadurch nicht automatisch in einen Mangel, denn die Bedarfswerte sind so angesetzt, dass sie die Versorgung sicher abdecken und etwas Puffer haben. Schöner ist es natürlich trotzdem, wenn der Bedarf gedeckt ist, denn genau dafür gibt es die Werte ja.
Übrigens: Der Magnesiumwert im Blutbild sagt nur begrenzt etwas über die Versorgung aus. Der allergrößte Teil des Magnesiums sitzt in den Zellen und Knochen, nicht im Blut. Hast du den Verdacht auf einen Mangel, gehört dein Hund deshalb zur Tierärztin oder zum Tierarzt.
Kann man Magnesium überdosieren?
Über natürliche Lebensmittel: in der Regel nein. Gesunde Nieren scheiden überschüssiges Magnesium einfach mit dem Urin aus. Die Handvoll Sonnenblumenkerne oder die Extraportion Haferflocken sind für einen gesunden Hund also kein Grund zur Sorge.
Was passiert bei zu viel Magnesium aus Supplementen?
Das merkst du meist ziemlich schnell, und zwar am Kot. Das erste Anzeichen ist Durchfall oder weicher Kot, weil Magnesium, das der Darm nicht aufnimmt, Wasser im Darm festhält. Manche kennen das vielleicht aus dem Humanbereich 😅 Reduzierst du die Menge, normalisiert sich das in der Regel schnell wieder.
Passiert das mit allen Magnesiumformen?
Grundsätzlich ja, aber unterschiedlich stark. Formen, die schlecht aufgenommen werden, wie Magnesiumoxid, wirken besonders schnell abführend. Organisch gebundene Formen wie Magnesiumbisglycinat oder Magnesiummalat werden besser aufgenommen und schlagen deutlich weniger auf den Darm. In hohen Mengen kann aber jede Form zu Durchfall führen.
Wann wird es wirklich gefährlich?
Kritisch wird es erst bei sehr großen Mengen, zum Beispiel wenn dein Hund eine ganze Packung Magnesiumtabletten vom Küchentisch klaut, oder wenn die Nieren nicht richtig arbeiten. Dann kann sich Magnesium im Körper anreichern. Hat dein Hund eine Nierenerkrankung, sprich eine Ergänzung deshalb immer vorher mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt ab.
Magnesium, Urin und Harnsteine
Überschüssiges Magnesium verlässt den Körper über die Nieren und landet also im Urin. Spannend wird das bei einem Thema, das viele Hundehalter beschäftigt: Struvitsteine. Die bestehen nämlich aus Magnesium, Ammonium und Phosphat.
Heißt das, Magnesium macht Harnsteine? Nicht ganz. Entscheidend für die Bildung von Struvitsteinen ist vor allem ein basischer Urin, und häufig steckt beim Hund eine bakterielle Harnwegsinfektion dahinter. Manche Magnesiumverbindungen können den pH-Wert des Urins etwas anheben. Fleischreiche Rationen machen den Urin dagegen eher sauer.
Hat dein Hund eine Neigung zu Harnsteinen, solltest du mit zusätzlichem Magnesium trotzdem vorsichtig sein. Dann gehört die Ration individuell berechnet und die Ergänzung mit deiner Tierärztin oder Ernährungsberatung abgesprochen. Hat dein Hund dazu aber keine Neigung und bekommt normale Magnesiummengen, brauchst du dir wegen Harnsteinen keine Gedanken machen.
Häufige Fragen zu Magnesium beim Hund
Hilft Magnesium bei Stress oder Angst?
Magnesium ist an der Reizübertragung zwischen Nerven und Muskeln beteiligt und ein Mangel kann Hunde reizbarer machen. Dass zusätzliches Magnesium bei gut versorgten Hunden gegen Stress oder Angst hilft, ist beim Hund aber nicht belegt. Es schadet allerdings auch nicht, es in stressigen Phasen in den empfohlenen Mengen einfach auszuprobieren. Bei ausgeprägter Angst oder Unsicherheit ersetzt es natürlich kein Training und keine Abklärung durch Tierarzt oder Verhaltensexperten.
Welche Magnesiumform ist für Hunde am besten?
Gut geeignet sind organisch gebundene Formen wie Magnesiumbisglycinat, Magnesiummalat oder Magnesiumfumarat. Sie werden gut aufgenommen und sind magenschonender als Magnesiumoxid. Magnesiumoxid enthält zwar besonders viel Magnesium, davon kommt aber nur ein kleiner Teil im Körper an. Der Rest wirkt eher abführend.
Muss ich beim Kochen für meinen Hund extra Magnesium geben?
Kann ich meinem Hund Magnesium aus der Drogerie geben?
Besser nicht. Magnesiumpräparate für Menschen sind auf Menschen dosiert und enthalten oft weitere Zusätze, manche zum Beispiel Calcium oder Vitamin D. Greif lieber zu einem Produkt, das für Hunde gemacht ist.
Mein Hund hat nach Magnesium Durchfall. Was tun?
Reduziere die Menge oder setz das Produkt kurz ab. Meist normalisiert sich der Kot dann schnell wieder. Bessert es sich nicht oder geht es deinem Hund schlecht, lass ihn tierärztlich anschauen.
Hängen Magnesium und Kalium zusammen?
Ja. Fehlt Magnesium, verliert der Körper über die Nieren mehr Kalium, und ein Kaliummangel lässt sich dann schlechter ausgleichen. Mehr dazu findest du in unserem Lexikoneintrag Kalium.
Bekommt mein Hund über Nüsse und Kerne zu viel Magnesium?
Nein, ein gesunder Hund nicht. Überschüssiges Magnesium aus Lebensmitteln scheiden gesunde Nieren einfach aus. Nüsse und Kerne bringen aber auch viel Fett und Linolsäure mit. Sie machen deshalb in passenden Mengen Sinn, und wie viel davon in die Ration deines Hundes passt, kannst du mit unserem Linolsäurerechner ausrechnen.
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