Bierhefe für Hunde
Die Bierhefe ist eine Nahrungsergänzung, die häufig beworben wird, um Kochrationen zu ergänzen oder um für mehr Fellgesundheit zu sorgen.
Wie der Name schon verrät, ist Bierhefe ein Abfallprodukt, das bei der Bierherstellung entsteht. Es sind Hefepilze, die die Biergärung verursachen. Sie werden getrocknet und als Vitamin B-Lieferant verkauft, da sie eines der Naturprodukte mit dem höchsten, natürlichen Vitamin B-Gehalt sind. Das erklärt auch, weshalb Bierhefe oft für Kochrationen empfohlen wird, da beim Kochprozess die hitzeempfindlichen Vitamine teilweise zerstört werden.
Doch ist die Bierhefe wirklich der ideale Zusatz beim Kochen, um fehlende B-Vitamine auszugleichen?
Dieser Frage geht der folgende Artikel nach – die Kurzzusammenfassung und Antwort auf diese Frage findest du direkt hier zum aufklappen.
Zusammenfassung
- Bierhefe ist reich an B-Vitaminen
- Das heißt aber nicht, dass Bierhefe zur Deckung des Vitamin B-Bedarfs ausreicht
- Da B-Vitamine nicht so schnell überdosiert werden können, sollte man lieber zu viel als zu wenig hinzugeben, da sich auch im Fellwechsel, bei Darmproblemen, Entzündungen usw. der Bedarf erhöhen kann
- Der Vitamin B-Verlust durch den Kochprozess kann außerdem nie genau vorhergesagt werden, weshalb man zur Sicherheit lieber etwas mehr B-Vitamine geben sollte
- Selbst bei rohen Barfrationen kommen Vitamin B1 und B2 teilweise zu kurz, wenn die Futtermenge etwas niedriger ist, gekocht ist das dann noch weniger
- Beim Kochen für Hunde sollte ein Vitamin B-Komplex anstelle von Bierhefe gefüttert werden, um ausreichend B-Vitamine zuzuführen
- Bierhefe ist damit eher ein optionaler, kurweiser Zusatz, aber kein essenzieller Zusatz zur Bedarfsdeckung
Bei Fütterung eines Komplettsupplements braucht man beim gesunden Hund keine B-Vitamine zugeben, da diese im Komplettsupplement enthalten sind. Füttert man mit Einzelzusätzen, kann Bierhefe nur dann zur Deckung der B-Vitamine beitragen, wenn man auch ausreichend Leber füttert. Denn diese enthält viel Vitamin B12, was in der Bierhefe nur in kleinen Teilen vorkommt.
Und die anderen B-Vitamine?
Tatsächlich wird es bereits bei rohen BARF-Rationen bei eher geringen Futtermengen teilweise knapp bei Vitamin B1 und B2.
Erhitzt man nun die Ration, so reduzieren sich diese Nährstoffe um 15-65%, je nach Vitamin. Was das für die Menge der benötigten Bierhefe bedeuten würde, siehst du in diesem Beispiel:
Ein 30kg Hund hat einen Vitamin B2 Bedarf von 2,2mg – das entspräche 55g Bierhefe pro Tag, wenn er seinen gesamten Bedarf darüber decken müsste. Das ist natürlich nie der Fall, da beim Kochen nicht 100% des Vitamin B2 verloren geht, sondern nur ein kleiner Teil. Geht man nun aber davon aus, dass die Ration des Hundes ungekocht schon knapp wird bei der Deckung des Vitamin B2 Bedarfs und nach Erhitzung noch weniger B2 enthalten ist, müsste vermutlich etwa 25% des Bedarfs über Bierhefe zugeführt werden. Das wäre bei diesem Hund etwa 14g Bierhefe pro Tag. Das staubt dann ziemlich im Napf und der Bedarf ist dennoch gerade so gedeckt.
Zusammengefasst bedeutet das:
Um mal einen kleinen Booster z.B. im Fellwechsel zu geben oder bei nur kleinen Lücken in der Nährstoffversorgung, kann Bierhefe ausreichen und kann sowohl bei Fütterung eines Komplettsupplements als auch bei Kochen mit Einzelzusätzen “on top” gegeben werden. Unsere Bio-Bierhefe ist dafür z.B. super geeignet.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass es einige Hunde gibt, die auf Bierhefe allergisch reagieren und mit starken Hautsymptomen reagieren, weshalb man die Verträglichkeit in kleinen Mengen zunächst testen sollte.
Um bei der Versorgung mit B-Vitaminen beim Kochen für Hunde aber auf Nummer sicher zu gehen, ist immer die Verwendung eines Vitamin-B-Komplexes anzuraten.
Denn ein “etwas zu viel” ist absolut unproblematisch, da die B-Vitamine dann einfach ausgeschieden werden. Außerdem sollte immer etwas Puffer beim Kochverlust berücksichtigt werden, damit du auf der sicheren Seite bist.
Darüber hinaus kann im Fellwechsel, bei Entzündungen oder Darmerkrankungen der Vitamin B-Bedarf von Hunden steigen, sodass auch eine Verdoppelung der Vitamin B-Zugabe möglich ist, was mit Bierhefe kaum möglich ist.
Bierhefe enthält pro 100g:
- 339kcal
- 26,5g Kohlenhydrate
- 47,9g Protein
- 9,5g Ballaststoffe
- 13mg Vitamin B1
- 4mg Vitamin B2
- 40mg Vitamin B3
- 8mg Vitamin B5
- 4,3mg Vitamin B6
Für Welche Hunde ist Bierhefe nicht geeignet
Hefe enthält viele Purine. Das sind Bausteine der Erbsubstanz, die in allen Zellen vorkommen und besonders reichlich in Hefe stecken. Der Körper baut Purine in mehreren Schritten ab. Dabei entstehen zuerst Xanthin und dann Harnsäure. Beim gesunden Hund wandelt die Leber die Harnsäure noch weiter in Allantoin um. Das löst sich gut im Urin und wird problemlos ausgeschieden.
Bei manchen Hunden funktioniert dieser Weg nicht reibungslos:
- Dalmatiner (ausgenommen LUA): Durch eine Genmutation kann die Leber die Harnsäure nicht richtig aufnehmen und weiterverarbeiten. Dadurch gelangt viel Harnsäure in den Urin. Sie kann dort Kristalle und Steine bilden, sogenannte Harnsäure- oder Uratsteine.
- Hunde mit Leishmaniose unter Allopurinol: Allopurinol blockiert ein Enzym im Purinabbau. Der Abbau bleibt deshalb bei Xanthin stehen, das sich im Urin sehr schlecht löst. Es kann ebenfalls Kristalle und Steine bilden, sogenannte Xanthinsteine.
In beiden Fällen gilt: Je mehr Purine mit dem Futter aufgenommen werden, desto mehr muss der Stoffwechsel verarbeiten und desto höher ist das Risiko für Harnsteine. Deshalb werden diese Hunde purinarm gefüttert. Bierhefe ist für sie nicht geeignet.
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Danke für den Hinweis 😊 vielleicht kratzt meine Amy echt mehr wegen der Bierhefe. Die lasse ich dann mal weg 💖